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Berichte und Meldungen
Jugendparlament für Europa
München - 28.11.2001 - Forschungsgruppe Jugend und
Europa
150 junge Leute, 6 Ausschüsse und 3 Tage Zeit - das war das Jugendparlament
für Europa, das das CAP gemeinsam mit der Bundeszentrale für
politische Bildung in Berlin veranstaltete. Vom 26. bis 28. November 2001
formulierten die Schüler, Studenten und Auszubildenden Resolutionen,
führten hitzige Debatten und trafen Politiker.
Die Teilnehmer kamen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Ländern
wie Frankreich, Rumänien, der Ukraine, Schweden oder dem Kosovo.
Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse übernommen.

Das Jugendparlament fand im Berliner Abgeordnetenhaus
statt.
Foto: Alexander Pfab
Am Ende standen sechs Entschließungen zu so aktuellen Themen wie
"Ethische Fragen der Humangenetik", "Osterweiterung der
Europäischen Union" oder "Zuwanderung, Asyl und Integration",
doch vorher musste erst jeweils ein Konsens gefunden werden. Bessere Einsichten
in die einzelnen Problemfelder brachten die "Anhörungen"
von Bundespolitikern wie Rita Süßmuth und Andrea Fischer und
Europaabgeordneten wie Armin Laschet.
Wie auch in der "richtigen Politik" war es nicht leicht, in
den besonders heiklen Fragen eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Nur
eine der sechs Resolutionen durfte das Plenum unverändert passieren,
alle anderen wurden durch Anträge aller Art erst umgearbeitet. Da
beruhigte es die Gemüter, als die Bundestagsabgeordnete Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
in einer Fragerunde bestätigte: "Wir arbeiten ganz genauso."
Besonders der Themenbereich Humangenetik sorgte für Kontroversen.
Eine erste Beratung im Plenum endete ergebnislos, erst eine komplette
Überarbeitung der Resolution durch den betreffenden Ausschuss fand
eine knappe Mehrheit. Viele Jugendparlamentarier hatte gestört, dass
Präimplantationsdiagnostik (PID) unter bestimmten Voraussetzungen
befürwortet und dass behinderte Kinder ursprünglich als "Belastung"
bezeichnet worden waren.
Doch auch in anderen Fragen, wie etwa der Zuwanderung, zeichneten sich
klare Konfliktlinien ab: Nachzugsalter, nichtstaatliche Verfolgung oder
die Asylfrage mussten erst ausgiebig debattiert werden, ehe man zu einem
Kompromiss fand.
Besonderes Augenmerk lag bei der Veranstaltung auf einer Beachtung des
europäischen Rahmens und der europapolitischen Dimension jedes einzelnen
Themas. Entsprechend befassten sich die Teilnehmer auch intensiv mit der
Osterweitung der Europäischen Union und der Debatte über eine
Europäische Verfassung. Hier unterstützte das Jugendparlament
klar den Ansatz des Reformkonvents und legte den Regierungen "die
Einbeziehung des Volkes in den Entscheidungsprozess" nahe.
Trotz des engen Zeitrahmens schätzten die Teilnehmer die Erfahrung
im Jugendparlament sehr. "Ich fand es interessant zu erfahren, wie
Gleichaltrige in anderen Ländern denken, was sie beschäftigt.
Ich persönlich habe gelernt, mich in einer fremden Gruppe zu behaupten
und Meinungen zu respektieren und zu akzeptieren" fand etwa Eva Palatova,
22, aus Prag. Einig waren sich alle: sie würden sofort wieder mitmachen.
Link
Auf der Website des Jugendparlaments
finden Sie eine umfangreiche Dokumentation der Veranstaltung.
Ansprechpartner
Frank Burgdörfer
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