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Berichte und Meldungen
Erweiterung und Zukunft der Europäischen Union
Fachtagung der Forschungsgruppe Jugend und Europa
am 3./4. Juni 2002 in Berlin
In Kooperation mit dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
(BPA) und dem Jugendpresseclub e.V. (JPC) veranstaltete die Forschungsgruppe
Jugend und Europa am 3./4. Juni 2002 einen Workshop zum Thema "Erweiterung
und Zukunft der EU" für Journalisten des Jugendpresseclubs im
BPA in Berlin.
Die zweitägige Veranstaltung umfasste einerseits Vorträge zum
Thema Erweiterung und Zukunft der EU. Dazu waren Referenten aus Wissenschaft
und Bundesministerien eingeladen.

Zur Begrüßung der Teilnehmer war der stellvertretende Regierungssprecher
Bela Anda ins BPA gekommen. Claus Giering vom Centrum für angewandte
Politikforschung skizzierte in seinem einleitenden Vortrag die aktuellen
Entwicklungen in der EU seit dem Vertrag von Nizza.
Gierings Ausführungen schloss sich ein Vortrag von Gerlind Arens,
Mitarbeiterin im Bundesministerium der Finanzen, an. Arens gab einen Einblick
aus deutscher Perspektive in Kosten und Nutzen der Erweiterung. Mit Marian
Schuegraf war eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes vertreten, die
die Initiativen des Auswärtigen Amtes im Bereich der europabezogenen
Jugendbildung vorstellte. Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages
berichteten Sascha Meinert und Almut Metz von der FGJE über das Projekt
"Juniorteam Europa". Im Rahmen dieses Projektes werden junge
engagierte Menschen ausgebildet, die Methoden der politischen Jugendbildung
(insbesondere Planspiele) bundesweit vor allem an Schulen umsetzen.
Am zweiten Tag der Veranstaltung fanden zwei Diskussionsrunden statt.
Zum Thema "Die Zukunft des geeinten Europas" waren die Botschafterin
Estlands, Dr. Riina Ruth Kionka, der Botschafter der Slowakischen Republik,
Jan Foltin, Jan Sicha, Direktor des Tschechischen Zentrums in München
sowie Dr. Klaus Löffler, Leiter des Informationsbüros des Europäischen
Parlaments (EP) in Berlin, und Stefan Rappenglück, Leiter der Forschungsgruppe
Jugend und Europa am CAP in München ins Presse- und Informationsamt
der Bundesregierung gekommen.
Die Runde wurde eingeläutet mit einem kurzen Statement der Vertreter
zu den Interessen ihres jeweiligen Landes bzw. ihrer Institution. Dann
entspann sich eine angeregte Diskussion zwischen den Teilnehmern des Jugendpresseclubs
und den Gästen aus den Beitrittsländern und des EP.
Der tschechische Vertreter hob hervor, dass es "für Tschechien
zum EU-Beitritt keine zivilisatorische Alternative gebe", warnte
aber gleichzeitig vor "Pseudoinvestitionen" in seinem Land.
Das Thema der Freizügigkeit kommentierte Sicha mit einem Augenzwinkern
und dem Hinweis, dass nahezu jeder Tscheche ein Ferienhäuschen im
Lande sein eigen nenne und ein Massenexodus tschechischer Arbeitnehmer
sicherlich nicht zu erwarten sei.
Auf die Frage nach der Zustimmung der tschechischen Bevölkerung
zum EU-Beitritt wies Sicha darauf hin, dass das tschechische Außenministerium
50 Millionen Kronen für eine Informationskampagne zur EU bereitgestellt
habe, um europafeindlichen Aktivitäten gezielt entgegenzutreten.
Thematisiert wurde ebenfalls die Frage der Bereitschaft der Aufgabe nationaler
Souveränität durch die jungen Demokratien in Osteuropa. Botschafter
Foltin verwies darauf, dass die Slowakei zwar der jüngste Staat in
Europa sei und über ein ausgeprägtes nationales Bewusstsein
verfüge, man der europäischen Integration aber durchweg positiv
gegenüberstehe.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch Botschafterin Kionka.
Gleichwohl gaben die Vertreter der Beitrittsländer zu, dass die notwendigen
Referenden in ihren Ländern zum EU-Beitritt möglicherweise ein
anderes Bild zu Tage fördern könnten, da der Unmut in den Beitrittsländern
über die Verzögerung der Beitrittstermine wachse.
Im Hinblick auf die jugendliche Bevölkerung verwiesen alle Vertreter
der Beitrittskandidaten auf den hohen Zuspruch, den die EU bei der Jugend
erfahre, da sie sich mit dem Beitritt eine größere Mobilität
und bessere Ausbildungschancen erhofften. Dr. Löffler unterstrich
dies: "Europa verändert die Lebensperspektiven junger Menschen
ganz ungemein."
Eine zweite Diskussionsrunde fand zum Thema "Wege zu einem demokratischen,
transparenten und handlungsfähigen Europa unter besonderer Berücksichtigung
der Interessen Jugendlicher" statt. Barbara Gessler als Vertreterin
der Europäischen Kommission in Berlin sowie Prof. Dr. Jürgen
Meyer und Peter Altmaier als Vertreter des Bundestages im EU-Konvent zur
Zukunft der Union berichteten über ihre Arbeit in diesem Bereich.
Prof. Meyer und Herr Altmaier gaben darüber hinaus einen spannenden
Einblick in das Fortkommen der Arbeiten im EU-Konvent zur Zukunft der
Union. Alle Teilnehmer an der Diskussionsrunde unterstrichen, dass die
EU in der aktuellen Phase der Diskussion besonders auf die Beteiligung
der Bürger angewiesen sei, da es derzeit darum gehe, entscheidende
Weichen für die künftige Architektur der EU zu stellen.
Almut Metz
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