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Berichte und Meldungen

Vom Gebrauch der Zukunft

Junge Multiplikatoren entwickeln Szenarien zur Zukunft Europas

Bericht - Fotos

Wird es möglich sein, Entscheidungsprozesse in einer Europäischen Union mit 500 Millionen Bürgern demokratisch zu gestalten? Welche Formen von gegenseitiger Hilfe und Selbstorganisation lassen sich mobilisieren, wenn die traditionelle Politik in der Bewältigung von künftigen Krisen versagen sollte? Wie werden sich die zunehmende Differenzierung und Virtualisierung von Arbeitswelt, Beziehungen und Freizeitgestaltung auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirken, werden sie Einzelne überfordern?

Um diese und andere Fragen ging es in den Szenarien, die 23 junge Multiplikatoren aus der politischen Bildungsarbeit in einem Workshop vom 19. – 21. Juli im Tschechischen Zentrum in München zur Zukunft Europas entwickelt haben.

Ursprünglich zu militärischen Zwecken konzipiert und dann für langfristige unternehmerische Investitionsentscheidungen weiterentwickelt, wird die Szenario-Methode, mit der unterschiedliche Entwicklungen in ihren Auswirkungen bis ins Detail durchgespielt werden können, zunehmend auch für komplexe gesellschaftspolitische Herausforderungen und in der politischen Bildung eingesetzt.

Auf der Veranstaltung, die die diesjährige Reihe von Szenario-Workshops der Forschungsgruppe Jugend und Europa (FGJE) fortsetzte und in Kooperation mit Blue-Way-Net durchgeführt wurde, standen weniger die institutionellen Fragen der aktuellen EU-Reformdebatte im Vordergrund, sondern die Wechselwirkungen zwischen Politik und Lebenswelt.

"Szenarien sind Geschichten über die Zukunft, die Menschen bewegen, etwas zu tun", so Ulrich Golüke von Blue-Way-Net in seiner Einführung. Szenarien zeichnen sich dadurch aus, dass sie neuartige Perspektiven eröffnen, gleichermaßen plausibel und provozierend sind. Ziel ist es, sich von statischen Zustandsbeschreibungen und deterministischen Zukunftsbildern zu lösen. Szenarien können auf diese Weise dazu beitragen, heute bessere Entscheidungen zu treffen, mit einer offenen Zukunft umzugehen und sich an deren Gestaltung zu beteiligen.

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